Panja Jürgens ist Fotografin und die erste Ehefrau des österreichischen Sängers und Komponisten Udo Jürgens. Als Erika Meier, genannt Panja, gehört sie zur Geschichte einer bekannten Musikerfamilie. Ihre eigene Arbeit führt jedoch in eine andere Welt: zu New Yorker Drag Queens, zu Menschen auf den Straßen der Großstadt und zu fotografischen Bildern vom Frieden. Während die Familiengeschichte von München bis zur Scheidung in Zürich reicht, erzählen ihre Bildbände von Verwandlung und persönlichen Ausdrucksformen. Ein Porträt von Panja Jürgens umfasst deshalb beides: ihre Beziehung zu Udo Jürgens und die Projekte, die sie selbst hinter der Kamera entwickelte.

Panja Jürgens im Kurzprofil

MerkmalAngabe
NameErika Meier, genannt Panja
VeröffentlichungsnamePanja Jürgens, international auch Panja Jurgens
Geburtsjahr1939 im Katalog des International Center of Photography
BerufFotografin
Erste EheMit Udo Jürgens, 1963–1989
Kinder aus dieser EheJohn und Jenny Jürgens
Fotobände„They Call Themselves Queens“, „Transformations“, „Wings of Peace“
DokumentarfilmGesprächspartnerin in „UDO!“

Die Begegnung mit Udo Jürgens in München

Die gemeinsame Geschichte begann im Frühjahr 1959 in München. Udo Jürgens spielte damals in Clubs und Kellern der Stadt, darunter das Studio 15, die Eule und der Hot Club. In diesem Umfeld lernte er Panja kennen.

Die offizielle Biografie des Musikers erzählt von einem Abend mit drei Stunden Rock ’n’ Roll. Für den nächsten Tag verabredeten sich beide in seinem Stammlokal „Meine Schwester und ich“ in der Türkenstraße. München war damit der Ausgangspunkt ihrer Beziehung, noch bevor Udo Jürgens seinen internationalen Durchbruch schaffte.

Am 11. Oktober 1963 heirateten Panja und Udo auf dem Standesamt in der Münchner Mandlstraße. Die Hochzeit fiel in eine Phase beruflicher Veränderungen: Der Sänger arbeitete nun mit Manager Hans R. Beierlein zusammen und konnte seine eigenen Lieder stärker durchsetzen.

John, Jenny und das Ende der Ehe

Am 20. Februar 1964 wurde Sohn John geboren. Tochter Jenny kam 1967 in München zur Welt. Die beiden sind die gemeinsamen Kinder aus Udo Jürgens’ erster Ehe.

Im Sommer 1989 ließen sich Panja und Udo in Zürich scheiden. Ihre Ehe hatte mehr als 25 Jahre bestanden und einen wesentlichen Teil seiner musikalischen Laufbahn begleitet.

Panja Jürgens als Fotografin

Ein konkreter Ausstellungshinweis findet sich in der Zeitungschronik der Stadt Wuppertal. Unter dem Datum 8. März 1988 verzeichnet sie Fotografien von Panja Jürgens in der Galerie Carmen von Eynern. Gemeinsam mit ihren Bildern wurden Glasobjekte von Gert Schieffers gezeigt. Ihre Ausstellungstätigkeit ist damit bereits für die Zeit vor der Scheidung dokumentiert.

Der Kunstbuchverlag Abrams beschreibt sie als Konzeptfotografin und nennt die Serien „Street People“ und „Drag Queens“. Ihre Arbeiten wurden in Museen und Galerien unter anderem in Zürich, Wien, Bern, Lausanne, Paris und New York ausgestellt.

Bei Konzeptfotografie verbindet eine übergreifende Idee die einzelnen Aufnahmen. Wie Panja Jürgens damit arbeitete, lässt sich besonders an ihren veröffentlichten Porträtserien nachvollziehen.

„Transformations“: Die Entstehung einer Bühnenfigur

1996 erschien bei Edition Stemmle „They Call Themselves Queens: The Transformation Series“. Die deutschsprachige Ausgabe trägt den Titel „Transformations. Die Königinnen der Nacht“. Der Bildband widmet sich New Yorker Drag Queens und dem Prozess ihrer Verwandlung.

Die Fotografin begleitete die Beteiligten vom Beginn der Vorbereitung bis zum fertigen Erscheinungsbild. Der in der Lili-Elbe-Bibliothek wiedergegebene Klappentext beschreibt Bildfolgen mit jeweils 36 Posen auf einem Film. Ergänzt wurden die Fotografien durch persönliche Statements der Porträtierten.

So wird die Vorbereitung selbst zum Gegenstand der Dokumentation. Die Bildfolge macht nachvollziehbar, wie eine Bühnenfigur Schritt für Schritt Gestalt annimmt. Für Leser eröffnet dieser Aufbau einen Zugang zur Arbeit hinter dem späteren Auftritt.

Zum Buch gehören außerdem Texte von Quentin Crisp, Charles-Henri Favrod und Panja Jürgens selbst. Der Bibliothekskatalog CiNii führt Favrod als Herausgeber der englischsprachigen Ausgabe. Jürgens war damit sowohl fotografisch als auch mit eigenen Textbeiträgen an der Publikation beteiligt.

„Wings of Peace“: Ein gemeinsames Motiv für unterschiedliche Menschen

„Wings of Peace“ erschien 2002 bei Harry N. Abrams. Für diesen fotografischen Essay porträtierte Panja Jürgens Menschen in New York mit weißen Engelsflügeln. Die Beteiligten drückten ihre Vorstellungen von Frieden durch Worte, Gesten oder Posen aus.

Zu den Porträtierten gehörten Feuerwehrleute, Pflegekräfte, Künstler, Veteranen, Geistliche, Kinder und Einwanderer. Das wiederkehrende Flügelmotiv verbindet Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten. Als fotografische Idee lässt es sich so lesen: Jeder erhält denselben Ausgangspunkt, gestaltet das Bild aber auf persönliche Weise.

Die Aufnahmen entstanden bereits vor den Anschlägen vom 11. September 2001. Die amerikanische Ausgabe umfasst 160 Seiten und 105 Duoton-Fotografien. Udo Lindenberg steuerte den einleitenden Text bei.

Die Zusammenarbeit mit Quentin Crisp

Die Verbindung zu Quentin Crisp reichte über seinen Beitrag zu „They Call Themselves Queens“ hinaus. Panja Jürgens fotografierte ihn auch als „Angel of Peace“, mit Flügeln.

Das Quentin-Crisp-Archiv dokumentiert, dass diese Porträts für die Einladung zu seiner Gedenkveranstaltung verwendet wurden. Außerdem bildeten sie den Anfang und das Ende einer fotografischen Videomontage während der Veranstaltung. Ihre Aufnahmen wurden damit Teil der persönlichen Erinnerung an den Autor und Performer.

Das Archiv verzeichnet ihre Arbeiten auch in der Gruppenausstellung „Quentin Crisp: Portraits of a Legend“. Die Eröffnung fand am 1. November 2001 in der Fourth Street Photo Gallery statt. Dort waren verschiedene fotografische Perspektiven auf Crisp zusammengeführt.

Ihre Erinnerungen in der Dokumentation „UDO!“

2024 gehörte Erika „Panja“ Meier zu den Gesprächspartnern der Dokumentation „UDO!“. Der Bayerische Rundfunk nennt sie im Filmdossier ausdrücklich als erste Ehefrau des Musikers und Mutter von John und Jenny.

Die Regisseure David Kunac und Sebastian Dehnhardt verbinden in dem Film Familienerinnerungen mit Aussagen von Freunden und beruflichen Wegbegleitern. Panjas Beitrag ergänzt diese Perspektiven um die Erfahrung einer langjährigen Partnerin.

Im begleitenden Regieinterview schilderte Kunac, wie ihn ihre Reaktion nach dem Gespräch berührte. Panja habe ihm gesagt, dass sie zuvor noch mit niemandem so offen über Udo gesprochen habe. Das Interview ist damit auch eine persönliche Rückschau auf eine gemeinsame Lebensphase.

Häufige Fragen zu Panja Jürgens

Wie heißt Panja Jürgens eigentlich?

Der Bayerische Rundfunk bezeichnet sie als Erika Meier, genannt Panja. Ihre Fotobücher erschienen unter dem Namen Panja Jürgens beziehungsweise Panja Jurgens.

Welches Geburtsjahr wird für Panja Jürgens genannt?

Das International Center of Photography in New York führt sie in seinem Bibliothekskatalog mit dem Geburtsjahr 1939.

Wann war sie mit Udo Jürgens verheiratet?

Die Hochzeit fand am 11. Oktober 1963 in München statt. Die Scheidung erfolgte im Sommer 1989 in Zürich.

Worin unterscheiden sich ihre bekanntesten Fotoprojekte?

„Transformations“ dokumentiert die Verwandlung von Drag Queens. „Wings of Peace“ zeigt Menschen in New York, die mit weißen Flügeln ihre Vorstellungen von Frieden ausdrücken.

Wo lässt sich ihre Arbeit bibliografisch nachschlagen?

„They Call Themselves Queens“ ist unter anderem bei WorldCat und CiNii katalogisiert. Angaben zur amerikanischen Ausgabe von „Wings of Peace“ stehen beim Verlag Abrams.

Fazit

Panja Jürgens’ Biografie verbindet Familiengeschichte mit einem eigenen fotografischen Werk. Ihre Bildserien beschäftigen sich mit Menschen, ihren Ausdrucksformen und ihrer Selbstdarstellung. Besonders die dokumentierten Verwandlungen und Friedensporträts geben einen konkreten Einblick in ihre Arbeit hinter der Kamera.

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